Der alljährliche Crashtest

Die Fahrzeugtechniker der HTW Berlin führten ihren jährlichen Crashversuch durch. Im Blick diesmal die so genannte Wohlfühlposition: die Zero Gravity Position.

Das Szenario wirkt heute noch etwas unüblich: in einem autonom fahrenden Pkw kutschieren zwei Bauarbeiter zur Baustelle und nehmen Gehwegplatten und Gerüststangen auf einem Anhänger mit. Die Bauarbeiter fahren in der sog. Zero Gravity Position.

Dabei liegen die Insassen quasi im Auto. In unserem Versuch lag einer in Richtung nach vorne, der andere schaute nach hinten. Eine Masterarbeit soll untersuchen, wie man Schutzsysteme auslegen müsste, um derart positionierte Insassen bei einem Unfall sichern zu können.

Dann passiert, was einem autonomen Fahrzeug eigentlich nicht passieren sollte: sie fahren auf ein starres Hindernis auf.

Diese Annahme ist zugleich Aufgabenstellung für die diesjährige Projektveranstaltung „Durchführung eines Crashversuchs“ im Masterstudiengang Fahrzeugtechnik. Die Studierenden gingen die Aufgabe motiviert an. Auto und Anhänger wurden beschafft, vermessen, die Dummys richtig positioniert und die Fahrzeuge mit Unfalldatenspeicher und Kameras ausgerüstet.

Dann ging es zur Crashbahn an die TU Berlin. Der Studiengang Fahrzeugtechnik unterhält eine Kooperation mit dem Fachgebiet Kraftfahrzeuge des Instituts für Land- und Seeverkehr der TU Berlin und kann im Rahmen einer Lehrkooperation die dortige Crashanlage nutzen.

Die Crashbahn war gut besucht. Es fanden sich Schüler und Schülerinnen, Studierende aber auch viele Sachverständige ein, die ihren Erfahrungshorizont bei der Unfallrekonstruktion erweitern wollten.

Dann der Crash. Der Pkw-Anhängerzug prallte mit 50 km/h auf die Wand. Obwohl 50 km/h nicht schnell erscheint, ist das immer wieder ein beeindruckendes Erlebnis.

Den beiden Dummys ging es zunächst noch ganz gut. Aber dann folgte die Anhängerladung den Gesetzen der Trägheit und bohrte sich tief ins das Heck des Zugfahrzeugs ein. Niemand hätte auf der Rückbank Platz nehmen wollen. Die Passagiere wären chancenlos.

Als die Unfallstelle vermessen und die Unfalldatenspeicher ausgelesen waren, durften sich die Zuschauer auf der Crashbahn ein Bild von den Unfallfolgen machen.

Abschließend wurde die Unfallstelle geräumt und alles wieder zum Labor Fahrzeugtechnik an die HTW gebracht. Nach Auswertung der Daten entsteht ein Versuchsbericht, der als Beleg für die Notengebung dient, aber auch an interessierte Teilnehmer weitergereicht wird.

Insgesamt war es wieder ein positives Event, mit dem der Studiengang Fahrzeugtechnik auch über die Grenzen der HTW Berlin hinaus eine hohe Strahlkraft erzeugt.

HTW/Rodewald/16.12.2019