Studium in Zeiten von Corona

Die Kolleg_innen der Fahrzeugtechnik müssen wie alle Mitarbeiter_innen der HTW ihren Weg finden. Hierbei nutzen sie ihre Erfahrungen zu international vernetztem Arbeiten in der digitalen Welt. Wie das mit den unterschiedlichsten Lehrformaten funktionieren kann, wenn es besonders auf Praxis und Mobilität ankommt, berichten sie im Folgenden.

Vorlesungen:

"Virtuelle Vorlesungen sind an der HTW eine besondere Herausforderung, weil die Rückmeldungen der Studierenden sehr spärlich sind. Immerhin gibt es bei Vorlesungen via Zoom die Möglichkeit, über einen Chat und notfalls mit Mikrofonfreigaben mit dem Gegenüber in Kontakt zu treten, aber der direkte Blick in die verständnislosen Augen ist immer noch die beste Motivation, einen technischen Zusammenhang  nochmal von einer anderen Seite aus zu erklären“, erläutert Prof. Hoppe.

Prof. Friedemann ergänzt: „Onlinemeetings sind für mich seit ca. zwölf Jahren reine Routine. Ich habe mit zwei Bildschirmen begonnen, um meine Notizen und die nächste Folie zu sehen. Nach dem ersten Meeting wollte ich gerne live sehen, was die Studierenden gerade sehen. Also habe ich mir einen dritten Monitor dazu gestellt . Nur einen Tag später folgte der vierte Screen: Für die Nutzung eines digitalen Whiteboards nutze ich nun mein Surface. Anders ist es in technischen Fächern kaum möglich, Formeln und Skizzen zu erarbeiten.“

Labore:

„Im Wintersemester werde ich das Modul „Fahr- und Prüfstandversuche“ lehren. Obwohl ich nun schon Erfahrungen mit Videotools habe, kann ich mir einen Onlineersatz für diese praktischen Versuche nur schwer bis gar nicht vorstellen“, resümmiert Prof. Stedtnitz  seine ersten Gedanken über Labore in Coronazeiten.

„Vielleicht könnte man mit einer mobilen Kamera und einem Life-Streaming mit einer Kleinstgrupppe einen Versuch durchführen und online für die Nichtteilnehmenden übertragen. Aber eine Mindestanzahl von Studierenden muss dabei sein. Man benötigt eine Fahrerin oder Fahrer, Highspeedkameras, und Messcomputer müssen bedient werden etc. Doch nach welchen Kriterien werden diejenigen ausgewählt, die teilnehmen dürfen?

Projekte:

„In unserem fahrzeugtechnischen Projekt konzeptionieren die Studierenden einen Batterieprüfstand für Elektrofahrzeuge und erstellen basierend auf dem Lastenheft Konzepte bis hin zu vollständigen Beschaffungs- und Fertigungsunterlagen. Getestet wird mit simulativen Methoden und die Steuerung programmiert und  mit Model-in-the-Loop validiert.  Gebaut wird dann später“, erklärt Prof. Severin.

Und Prof. Lindemann ergänzt: „Im Modul Fahrzeuglektronik geht es um Vernetzung im Fahrzeug. Aber ohne Fahrzeug? Wieso also nicht Netzwerke nutzen, die schon vorhanden sind? Nun entwickeln die Studierenden daheim mit Microcontrollern Kommunikationssoftware und nutzen anstelle des CAN-Busses das Internet. Einen virtuellen OBD-Tester gibt es on-top dazu. Es ist alles langsamer als in echt, aber die Funktionen werden deutlich.“